Das Räuchern im Ziegenstall während der Rauhnächte, der Zeit zwischen der Wintersonnenwende und dem Dreikönigstag, der Zeit zwischen den Jahren, ist ein altes, europäisches Brauchtum. Bei diesem Ritual wurden während der dunkelsten Zeit des Jahres das Haus und der Stall geräuchert, um schlechte Energien und Geister zu vertreiben.
Bedeutung des Räucherns
Das Brauchtum des reinigenden und segnenden Räucherns geht auf die Kelten zurück. Dieses Ritual passt sehr gut in die geheimnisvolle Zeit rund um Weihnachten – eine Zeit, in der Altes noch nicht gänzlich gegangen und das Neue noch nicht richtig angekommen ist. In dieser besonderen Zeitspanne erwacht die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, dem Natürlichen.
Weih-, Schutz- und Reinigungsräuchern gehörte früher zum normalen Alltag auf dem Land. Haus und Stall wurden damit desinfiziert und das Wohnklima verbessert. Die ganze Familie zog durch die Gebäude, um die Familie, die Tiere und das Haus im nächsten Jahr zu schützen.
Wie und womit Räuchern
Traditionell wird mit Kräutern wie weissem Salbei, Minze oder Beifuss geräuchert. Eine gute Anleitung dazu findest du in DIESEM und in DIESEM Beitrag.
Zum Räuchern im Ziegenstall kannst du auch Rächerwerk wie Räucherstäbchen oder wie hier gezeigt ein Palo Santo nutzen. Die sind etwas leichter zu bedienen und die Wahrscheinlichkeit für Funkenflug ist kleiner (bei Holz-Ställen aufpassen mit dem Feuer!)
Altes Loslassen und Platz machen für Neues
Mit diesem kleinen Ritual vom Räuchern im Ziegenstall können wir das Jahr 2022 verabschieden und machen all dem Neuen Platz, was in 2023 entstehen wird.
Wir wünschen euch einen magischen Start ins neue Jahr. Lasst los, was gewesen ist und gebt euch selbst jeden Tag eine neue Chance, euer Leben so zu leben, dass es euch glücklich macht.
Alles Liebe, Helene und die Meckerer
Ziegen sind tief in unserer Kultur, in der Sagenwelt und alten Bräuchen verankert. Ein Beispiel ist das Räuchern im Ziegenstall.
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Hast du auch Neujahrs-Bräuche oder Rituale, die du machst im Ziegenstall?
Ziegentrekking mit Kindern – geht das? Diese Frage wird mir oft bei der Buchung von Ziegentrekkings gestellt und in diesem Beitrag möchte ich etwas ausführlicher darauf antworten.
Spoiler vorneweg: Ja, Ziegentrekking mit Kindern geht. Sehr gut sogar. Aber es ist nicht für alle Familien gleich gut geeignet. Man muss sich auf diese temperamentvollen, quirligen Tiere einlassen wollen und damit umgehen können, dass es anfangs vielleicht noch etwas chaotisch und wild zu und her geht.
Denn das muss man ganz klar sagen: Ziegen sind keine Esel. Und auch keine Schafe. Sie bewegen sich viel schneller, sind aufgeweckt und sehr klar in ihrer Kommunikation. Untereinander haben Ziegen eine regelrechte Hackordnung und es muss in jeder Situation klar gestellt werden, wer der Chef ist. Auch wenn meine Ziegen ihre Hörner nur untereinander und nicht gegen Menschen einsetzen, muss man Acht geben, dass die Kinder nicht zwischen zwei Ziegen stehen die einen Konflikt austragen oder nicht zu nah, wenn die Ziegen mit den langen Hörnern den Kopf herumdrehen.
Meine Ziegenböcke sind ziemlich gross, ähnlich wie kleine Ponys und haben fast so lange Hörner wie Steinböcke. So ist es nur logisch, dass Kinder, die sich mit ihrem Gesicht genau auf der Höhe der Hörner befinden, oft erst mal Respekt haben. Respekt ist gut. Den sollten Kinder vor allen Tieren haben, die sie nicht kennen und noch nicht einschätzen können.
Ängstliche Kinder haben anfangs oft Respekt vor den Ziegen.
Am Anfang des Ziegentrekkings sind die Ziegen meistens etwas nervös und testen die neuen Menschen: Sie versuchen vielleicht die Leine aus der Hand zu ziehen, schütteln den Kopf mit den Hörnern oder stehen auf den Fuss. Du musst dich also erst mal behaupten, um Leitziege zu werden. Wenn du dir die Leine nicht aus der Hand ziehen lässt und den behornten Kopf unbeeindruckt von dir weg schiebst, wirst du respektiert. Für ängstliche Kinder (oder Eltern) ist das am Anfang aber oft noch schwierig.
Ich denke, dass gerade diese Kinder jedoch am meisten von einem Ziegentrekking profitieren können: Ziegen fordern eine klare Körpersprache von uns. Wenn du zögerlich bist und nur leise “Nein” sagst, werden sie dich nicht respektieren. Wenn sich das Kind nach der Aufwärmphase langsam etwas mehr getraut, können wir das mit den Ziegen üben: Hinstehen und klar “Nein” sagen, sich nicht bedrängen lassen. Sobald die Ziege dann tatsächlich darauf reagiert, ist das ein grosses Erfolgserlebnis für den kleinen Menschen.
Wenn jeder in seinem Tempo kann, wird aus Respekt Freundschaft.
Wenn du dich also fragst, ob du mit deinen Kindern ein Ziegentrekking buchen solltest, dann kann ich dir das so beantworten:
Wenn du noch sehr kleine oder sehr ängstliche Kinder hast, dann probiere vielleicht lieber zuerst ein Esel-, Pferde- oder Lamatrekking.
Mutigere Kinder haben an der aufgeweckten Art von Ziegen meistens einen Riesenspass und springen schon bald mit ihnen über Stock und Stein.
Für ängstliche oder zurückhaltende Kinder kann ein Ziegentrekking sehr wertvoll sein, weil sie über ihren Schatten springen und für sich einstehen dürfen. Wichtig dafür ist aber, dass sich alle – vor allem auch die Eltern – darauf einlassen wollen. Es kann auch sein, dass es doch noch zu viel ist für den kleinen Menschen.
Wir nehmen uns viel Zeit und ich versuche auf jedes Kind und jeden Erwachsenen einzugehen, zu erklären und die Gelegenheit zu bieten, selbst auszuprobieren, wie die Ziegen auf einen reagieren. Aber wir arbeiten mit Lebewesen, die sich nicht immer steuern lassen und ihre eigenen Befindlichkeiten mitbringen.
Herumtollen, entdecken, klettern, springen – Ziegen und Kinder haben in vielem die selben Bedürfnisse.
Ich bin der Meinung, jedes Kind (und jeder Erwachsene) sollte Kontakt mit Tieren haben können, weil Tiere uns mit unseren Wurzeln verbinden, uns einen Spiegel vorhalten und wir durch sie unglaublich viel über uns selbst erfahren können. Mit Ziegen läuft das temperamentvoll, lustig und lebendig ab. Das entspricht nicht jedem. Daher frage dich einfach, ob du und deine Kinder Lust auf diese Erfahrung habt oder ob ihr lieber mit einem ruhigeren Tier beginnen möchtet.
“Waldbaden: sich bewusst mit dem Ziel der Entspannung und Meditation im Wald aufhalten.”
Das beschreibt ziemlich genau, was die Spaziergänge mit meinen Ziegen ganz oft für mich sind. Waldbaden. Besonders jetzt im Frühling eine Meditation für Geist und Seele.
Das war allerdings nicht immer so. Früher dachte ich, immer etwas mit meinen Ziegen tun zu müssen. Immer zu laufen auf den Spaziergängen. Mit den Jahren habe ich gemerkt, dass wir keine Leistung erbringen müssen. Sondern dass es mir um das Zusammensein mit den Tieren geht. Und um das Leben im Hier und Jetzt.
Deshalb gestalte ich meine Spaziergänge mit den Ziegen heute gerne wie eine kleine Meditation: Ich mache immer wieder bewusst Pausen, um die Natur um mich herum wahrzunehmen. Durchzuatmen. Den Wind in den Bäumen rauschen zu hören. Den Vögeln zu lauschen. Den Duft des Waldes zu inhalieren. Und den Ziegen beim Zupfen der leckersten Blättchen zuzuschauen.
Wann warst du das letzte Mal so bewusst im Wald? Wie wäre es, wenn das nächste Mal heute wäre?….
Ziegen an der Leine zu führen ist gar nicht so einfach. Wer kennt es nicht? Da möchte man einen schönen Spaziergang machen und anstatt brav mit zu laufen, zerrt die Ziege die ganze Zeit am Halsband, überrennt einem oder will nicht laufen und legt sich aus Protest einfach mitten auf die Strasse. Das muss nicht sein. Mit gezieltem Führtraining kannst du deiner Ziege beibringen, dir auf feinste Zeichen zu folgen.
In diesem Video zeige ich dir, wie ich das Führtraining angehe. Das Wichtigste gleich vorab: Ich führe meine Ziegen am Halfter, nicht am Halsband. Ziegen sind sehr eigenwillig und haben meistens eine andere Idee davon, wo es hingehen soll. Am Halsband drehen sie sich gerne in einem für sie günstigen Winkel von dir weg und dann hast du keine Chance mehr sie zu halten. Das Ergebnis: eine halb strangulierte Ziege und eine zutiefst frustrierte Halterin. Am Halfter kann ich sie mit feinen Signalen in die richtige Richtung lenken, noch bevor sie überhaupt dazu kommen zu zerren.
Dafür muss ich meine Ziege aber erst an das Halfter gewöhnen. Denn das finden sie meistens erst mal ziemlich doof. Ich arbeite gerne mit einer Mischung aus positiver Verstärkung und Gewöhnung. Wie das genau funktioniert, siehst du im Video.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist es zu verstehen, dass auf Druck immer Gegendruck folgt. Je mehr ich an der Leine ziehe, desto mehr wird die Ziege dagegen ziehen. Beim Führen von Ziegen und Tieren im Allgemeinen kommst du mit Loslassen im richtigen Moment viel weiter. Gib das Signal zum Loslaufen mit einem Zupf-Impuls am Halfter und lasse dann direkt wieder los. Im Moment des Loslassens gebe ich der Ziege die Gelegenheit das von ihr gewünschte in die Tat umzusetzen.
Wenn sie trotzdem nicht los geht oder nicht will, folgt ein weiterer Impuls. Das wiederhole ich so lange, bis sie losgeht. Und jetzt ist es besonders wichtig, keine weiteren Impulse zu geben. Mit dem “in Ruhe lassen” belohne ich sie dafür, dass sie meinen Wunsch umgesetzt hat. Erst wenn sie wieder stehen bleibt oder schneller gehen soll, kommt ein weiterer Impuls.
Diese Technik und Antworten auf Fragen wie “Was kann ich tun, wenn meine Ziege nicht laufen will, mich bedrängt oder an der Leine zieht?” findest du in einem fast 20-minütigen Video auf meiner Patreon-Seite: http://www.patreon.com/mecker. Auf Patreon bekommst du regelmässig Inputs zu Fragen rund um Ziegenhaltung und Ziegentraining in Form von Videos, Posts und sogar Live-Streams.
Ich hoffe, dieses Video hilft dir beim Führtraining mit deinen Ziegen. Es würde mich riesig freuen, wenn du diesen Beitrag weiter empfiehlst und uns auf Youtube und Instagram begleitest.
Am letzten Tag des Jahres 2019 muss ich Abschied von einer meiner ersten und ältesten Ziegen nehmen: Meine lieben Nina. 2005 habe ich – unwissendes Teenie – sie – scheues Gitzi – von einem Bauernbetrieb im Emmental geholt. Wir brauchten unsere Zeit, um zusammen zu finden und Nina hat mir viele Fehler verziehen. Daraus hat sich ein tiefes Vertrauen entwickelt. Nina hätte alles für mich gemacht. Sie liebte jede Art von Kunststücken und hatte ein ganzes Repertoire davon. Show an einer Messe? Mehrtägige Wanderung? Vorführung an einer Schule? Nina war dabei.
Im Alter wurde sie ein bisschen verwirrt. Sie ging gerne ihren eigenen Weg und kam nur noch auf kürzere Spaziergänge mit. Aber immer wenn ich ihren Namen rief, haben ihre Augen geleuchtet. Bis zum Schluss.
Sie war meine kleine Kämpferin. In ihrem Leben hat sie alle möglichen Krankheiten durchgestanden und ist jedes Mal wieder aufgestanden. So hat sie auch ihren letzten Kampf mehrere Wochen lang ausgefochten. Bis das Alter doch seinen Tribut zollte. Aber als sie nicht mehr Essen konnte verliessen sie langsam die Kräfte….
Meine Kleine. Fast fünfzehn Jahre und drei Ziegengenerationen hast du mir geschenkt. Alle deine Kinder und Kindeskinder hast du überlebt. Und ich bin sicher, du bist immer noch da und wachst über uns….
In ihrem ersten Sommer lassen wir Zoro und Wollo vor allem Zeit, ihre Beziehung zu uns Menschen zu entwickeln. Wir verbringen viele Stunden bei ihnen auf der Weide. Oft legen sie sich neben uns und lassen sich genüsslich kraulen. Diese erste Prägung ist unglaublich wichtig und erleichtert beim späteren Umgang mit ihnen viel.
Ziegen sind nämlich von Haus aus nicht gerade Kuscheltiere. Im Gegenteil. Sie haben Hörner und benutzen diese auch gerne und häufig. Durch eine konsequente, liebevolle Erziehung können sie aber lernen, die Hörner nicht gegen Menschen einzusetzen. Dabei spiegeln sie unseren Umgang mit ihnen: Wenn wir sanft und geduldig mit ihnen umgehen, tun sie dies auch mit uns. Sind wir ungeduldig und grob, werden sie nicht zögern, uns auch den letzten Nerv zu rauben.
Wir unternehmen erste Spaziergänge. Wollo und Zoro lernen verladen zu werden und begleiten uns auf verschiedene Ausflüge, auf den See, in die Bergen etc. Hier begegnen sie Menschen, Hunden, Autos…
Das alles wird uns später auf Trekkings vieles erleichtern. Wir freuen uns auf das, was kommt.