Ziegen im Winter zu halten ist im Allgemeinen kein Problem. Besonders die robusten Gebirgsrassen wie meine Pfauenziegen, Grüenochtengeiss und Kupferhalsziege kommen gut mit Kälte klar und schlafen auch im Winter oft draussen, wenn sie die Wahl haben.
Im Gegensatz zur Kälte, mögen sie Regen und generell alles, was vom Himmel fällt überhaupt nicht. Dementsprechend war auch die Begeisterung nicht sehr gross, als die Menschin unbedingt genau dann spazieren gehen wollte, als es am meisten schneite. Das ist der Grund, weshalb meine vier Geissböcke im Video eine Decke tragen: So werden sie weniger nass. 😉
Wichtig ist im Winter vor allem, dass die Ziegen genügend gutes Heu bekommen und der Speiseplan mit Tannenästen aus dem Wald erweitert wird, denn der aktive Pansen ist ihre beste Heizung. Wenn auf der Weide Schnee liegt, bekommen meine Ziegen manchmal auch etwas Maiswürfel und ab und zu eine Karotte oder einen Apfel.
Idealerweise geht man jeden Tag kurz mit ihnen in den Wald und lässt sie dort an den Brombeersträuchern zupfen. Das ist sehr gesund, die Ziegen lieben Brombeere und die WaldbesitzerInnen sind dankbar, wenn das Gestrüpp etwas reduziert wird.
Hast du Fragen zur Haltung von Ziegen im Winter? Dann schreibe mir gerne einen Kommentar.
Einmal Ferien machen zusammen mit meinen Ziegen. Das war schon lange ein heimlicher Traum von mir. Doch ganz so einfach ist das nicht. Denn nebst einer Unterkunft für mich, muss ja auch eine für die Ziegen gefunden werden und das nicht zu weit weg, weil ich die Ziegen nicht unnötig lange transportieren will.
Machmal hält das Leben einem die Hand hin und man muss sie nur nehmen. So kam es, dass ich von Juli bis Oktober den kleinen Daktari von Zottelgeiss bei mir in den Ferien hatte.
Ziegenböcke sollte man wegen der Gefahr von Harnsteinen so spät wie möglich kastrieren, möglichst erst mit 6 oder 7 Monaten. Da sie aber sehr frühreif sind, hätte Daktari zu Hause wahrscheinlich schon angefangen seine Mutter und Schwester zu decken. Deshalb kam er für eine Weile in meine Bock-Herde. Im Oktober war Daktari “reif” für die Kastration und konnte zurück nach Adelboden.
Als Dankeschön hat mich Daktaris Besitzerin Sabina in ihre Ferienwohnung eingeladen. Was für ein Traum!
So kam es, dass wir mit Chico und Elvis eine Woche in den Bergen Ferien machen konnten. Einfach nur sein, Zeit mit den Ziegen verbringen, wandern, die Landschaft bestaunen, gut essen und den Kopf durchlüften….
Ich bin sehr stolz auf meine beiden Ziegen-Jungs. Für sie ist es völlig selbstverständlich, dass wir solche Unternehmungen machen. Da sie das von klein auf kennen, bedeutet weder der Transport, noch die fremde Umgebung Stress für sie. Sie wissen: die Menschenmama kümmert sich um uns und bringt uns auch wieder nach Hause.
Die ersten Tage hat es geregnet. Da Ziegen alles was vom Himmel fällt meiden wie der Teufel das Weihwasser, hatten sie erst mal frei und wir uns ein paar gemütliche “Drinnentage” gegönnt.
Sobald es aber aufhörte zu regnen zog es mich hinaus…. Chico und Elvis waren trotz Schneefall erstaunlich motiviert und als der Schnee etwas weiter oben zu Nebel wurde, war für sie die Welt in Ordnung. So sind wir auf unserer Tour über den Vogellisiberg gefühlt durch die Wolken gewandert. Speziell… mystisch irgendwie.
Ich habe versucht, diese ersten Tage in einem kurzen Video zusammen zu fassen:
Der letzte Tag war ganz besonders. Denn da haben Sabina und ich uns eine längere Wanderung mit den Ziegen vorgenommen. Vom Gilbach auf den Hahnenmoospass mit unserem bunten Grüppli (Chico, Elvis und die Zottelgeissen Trax, Peaches und Mathilda). Insgesamt waren wir etwa sechs Stunden unterwegs. Mit viel Pausen natürlich, aber trotzdem am Abend alle etwas platt. Es hat sich aber geloht – und wie!
Es war einfach nur schön, bei sonnigem Wetter auf den Pass hochzuwandern, die Ziegen zu beobachten, mit den Leuten zu plaudern und dann am stahlblauen Brenggenseeli ein Sandwich zu geniessen. Wer noch nie mit Ziegen gewandert ist, wird es vielleicht nicht verstehen, aber das Unterwegssein mit diesen lustigen Tieren hat eine ganz besondere, erdende Wirkung. Man passt sich völlig dem Rhythmus der Tiere an. Man wird Teil der Herde.
Merci tuusig liebste Bine für diese unvergessliche Woche “Ferien mit Ziegen” bei euch, für deine Freundschaft und dafür, dass du genau so ziegenverrückt bist wie ich. 😉 Wir kommen wieder!
Und Merci der kleinen Künstlerin Luna, welche mir meine Ziegenherde “en miniature” geschenkt hat.
Eine längere Wanderung mit den Ziegen machen. Das stand ganz gross auf meiner Wunschliste für den Sommer 2020. Pfauenziege Chico und Grüenochtengeiss Elvis sind nun ein Jahr alt, fit und gross genug um auch eine mehrstündige Wanderung problemlos zu schaffen. Also haben wir uns eine Wanderung in den wunderschönen Freiburger Voralpen ausgesucht und am Schwarzsee campiert.
Da man mit Ziegen schlecht auf einen Campingplatz übernachten kann, frage ich für solche Vorhaben einfach die Bauern vor Ort. Meistens sind sie so entzückt von den Geissen, dass wir problemlos auf einer Wiese übernachten dürfen. So hatten wir auch dieses Mal schon beim ersten Hof Glück.
Für Chico und Elvis war es allerdings die erste Übernachtung auswärts und dementsprechend hatten wir eine etwas unruhige Nacht. Sobald nämlich das Menschenmami im Zelt verschwand, waren sie sehr besorgt und mussten das der Welt auch mitteilen. Es will halt alles gelernt sein – auch als Trekkingziege.
Am nächsten Tag ging es dann bergauf. Im wahrsten Sinn des Wortes. Zusammen mit meinen Cousinen, meinem Bruder und seiner Freundin wanderten wir mehrere Stunden den Berg hoch und kamen dabei etwas an unsere Grenzen. Die Ziegen waren am Abend auch müde – haben die Wanderung aber besser weggesteckt als wir Menschen und meine Sorge, sie vielleicht überfordert zu haben war unnötig.
Ziegen sind wirklich äusserst genügsame und angenehme Wanderpartner. Sie träppelen einfach hinterher, nehmen sich hier und da ein Maul voll Blätter und legen sich in den Pausen hin zum Wiederkäuen. Mit jedem Ausflug merke ich, wie sie routinierter werden und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Chico und Elvis sind auch äusserst freundlich zu all den faszinierten Menschen, denen wir auf dem Weg begegnen. #schochlystouz
Ziegen und Schnee, eine Winterwanderung. Geht das? Sagen wir es mal so: Solange er nicht vom Himmel herunterfällt (Ziegen hassen alles, was nass ist), ist eine Winterwanderung im Schnee für Ziegen erträglich. Sie finden ja sowieso alles toll, was man mit ihnen unternimmt. Aber dabei nasse Füsse bekommen ist halt so eine Sache.
Und dann trifft sich die Menschenmama auch noch mit Fotografen und man soll spontan für ein paar Bilder durch den Tiefschnee hüpfen.
Wenn sie wüssten, wie schön sie auf den Bildern im Schnee vor der Bergkulisse des Gantrisch aussehen, würden Elvis und Chico meine Begeisterung über die Fotos meines unglaublich talentierten Fotografen-Kollegen Phil Wenger teilen. Da bin ich sicher.
Ziegentrekking oder Wandern mit Ziegen hat etwas sehr Beruhigendes an sich. Man passt sich dem Rhythmus der Tiere an. Schritt für Schritt. Den Berg hinauf. Die Anstrengung in Kombination mit der atemberaubenden Berglandschaft und dem weichen Ziegenfell, das ab und zu die Hand streift, bringt einem zurück zu Ruhe und Dankbarkeit.
Elvis und Chico lernen auf solchen Wanderungen Kennen, was eine Trekkingziege kennen muss: Verladen werden, andere Umgebung, Wanderer, Hunde, Autos und nicht zuletzt das körperliche Training, das auch die Ziegen aufbauen müssen. Wenn auch nicht so sehr wie ihre Halterin. 😉
Unsere grossen und kleinen Abenteuer der letzten beiden Jahre in einem Video. Das meiste ist mit dem Handy gefilmt. Zeigt aber trotzdem ganz schön, was wir alles erlebt haben.
In den ersten Lebensmonaten trainiere ich mit den zwei Jungs vor allem eines: Die Beziehung. Oft sitze ich stundenlang bei ihnen, kraule sie, spiele mit ihnen.
Schon früh nehme ich die zwei Jungs überall hin mit. Sie kommen auf kleine Spaziergänge mit und lernen so die Welt kennen. Sobald sie ein bisschen zu neugierig werden, lernen sie an der Leine zu laufen. Wir machen auch bald die ersten Ausflüge mit ihnen. Autofahren ist bald kein Problem mehr und sie verstehen auch, dass es beim Wandern eben ums Laufen geht.
Als das Wetter im Herbst unangenehmer wird, beschränken wir die Spaziergänge auf kleinere Runden in der Umgebung des Stalles. Wie gross die zwei Buben schon geworden sind! Unterdessen kann ich auch Nina mitnehmen. Ich bin zwar stets der schlichtende Pol, aber alle drei sind unterdessen so gut erzogen, dass sie wissen, dass sie einander beim Spazierengehen nicht verhauen dürfen. Meistens klappt es. Das macht mich schon ein bisschen stolz.
Pfauenziegen haben ein ausgeprägtes Temperament. Nina hat es noch nie an Kampfwille gefehlt. Und die zwei Jungspunde lernen nun langsam, was es heisst, sich als Ziege zu behaupten. Zoro ist das Baby, er muss zuerst noch unten durch. Aber auch er wird seinen Platz finden. Bis dahin achten wir darauf, ihm genügend stressfreie Phasen im Tag zu bieten und mit ihm das Vertrauen aufzubauen, dass er in unserer Nähe sicher ist.
Langsam übe ich mit den beiden die ersten Tricks und damit spielerisch was es heisst “zu lernen”. Sie lernen meine Stimmkommandos deuten und verstehen wann es Belohnung gibt und wann nicht. Ich arbeite viel mit der Stimme. Mein Stimmlob benutze ich ähnlich wie den Klicker. Mit der Zeit wissen meine Ziegen genau, was ein “fein” bedeutet und brauchen nicht mehr immer Futterlob dafür.
Im zweiten Jahr sind die Jungs zu stattlichen Böcken herangewachsen und wir können können grössere Touren zusammen unternehmen. Unter anderem verbringen wir mehrere Tage im Jura oder gehen unsere Freunde in Adelboden besuchen. Nina, das Grosi, bleibt bei langen Touren lieber entspannt zu Hause.
Wollo und Zoro lernen zu ziehen, einen Packsattel zu tragen und nehmen im Herbst sogar mit zwei Ponys an einem kleinen Pferdemusical teil. Sie meistern alle Herausforderungen mit viel Neugierde und einer gehörigen Portion Witz.
An einem verregneten Frühlingswochenende machen wir einen Ausflug zum Lac de Gruère im Jura. Ein rabenschwarzer Moorsee, den man umwandern kann. Eindrücklich ist das Wasser, das so überhaupt nicht preisgibt, was sich in seinen Tiefen verbirgt.
Der Étang de la Gruère ist ein gestauter Moorsee, der sich in einer Mulde auf dem Hochplateau der Freiberge im Kanton Jura befindet. Das Hochmoorgebiet steht unter Naturschutz.
Unsere beiden gehörnten Begleiter ziehen – wie immer – viel Aufmerksamkeit auf sich. Da sich viele Leute auf die Seeumrundung begeben haben, einige auch mit ihren Hunden, behalten wir die zwei Böckli mehrheitlich an der Leine. Sie machen das super und gewöhnen sich auch schnell dran, über Stege und Brücken zu träppelen.
Zum Abschluss des Ausfluges gibt es ein Kafi am Bielersee. Toll! 🙂
Die meisten Bilder sind von S.Marti, der Rest mit einer kleinen Kamera gemacht.